Die Geschichte des Krebsgrundes. Von der Mühle bis zu den Sommerresidenzen
Krebsmühle und Grellenschenke
Der Ortsteil Krebsgrund von Neumühle/Elster hat seinen Ursprung in der 1565 am Ufer des Krebsbaches erbauten Krebsmühle. Sie gehörte zum Rittergut Waltersdorf und war dem Weimarer Amt Weida zugeordnet.
1714 fand die am gegenüberliegenden Ufer des Krebsbaches liegende Grellenschenke, damals als „Schenke bey der Krebsmühle“ bezeichnet, ihre erste Erwähnung. Im Jahr 1753 wurde das bis heute gut erhaltene Fachwerkhaus als Gastwirtschaft für die Knappen des dahinterliegenden Silberberges ausgebaut.
Das 1902 von Dr. A. Reuter im norwegischen Stil erbaute imposante Blockbohlenhaus wird bis heute „Reuterhaus“ genannt. Die charmante Villa „Maiglöckchen“, ein schwedisches Fertigteilhaus, errichtete 1903 der Leipziger Baurat E. Kertscher.
Ausführliche Darstellung nach Edgar Schwarz
1565 wurde am Krebsbach, der in westlicher Richtung zur Weißen Elster fließt, von Michl Heiner eine Mühle, die heutige Krebsmühle, erbaut. 1721 wurde niedergeschrieben, dass sie aus zwei Mahlgängen und einer Schneidemühle bestand und dass eine kleine Landwirtschaft von 28 Morgen dazugehörte. Sie lag auf dem Territorium des Großherzogtums Sachsen-Weimar-Eisenach.
Bis 1982 wurde sie von Walter Albert betrieben. Dieser verkaufte sie anschließend für 49 TM an den Rat der Stadt Gera. Die Krebsmühle sollte zu einem Kinderferienlager ausgebaut werden. Während der ersten Abrissarbeiten verunglückte jedoch ein Arbeiter tödlich, woraufhin der Umbau eingestellt wurde. Der VEB Modedruck übernahm anschließend das Gebäude, führte die Bauarbeiten jedoch ebenfalls nicht weiter.
Nach 1990 fiel das Anwesen an die Treuhand. Bis 1996 war es dem stetigen Verfall preisgegeben, das ehemalige Wohnhaus wurde baupolizeilich gesperrt. 1996 verkaufte die BVS als Nachfolgeorganisation der Treuhand das Gelände für 77 TDM an den Verein Krebsmühle e.V. Der Verein plante, daraus einen ökologisch ausgerichteten Landwirtschaftsbetrieb zu entwickeln.
Die „Schenke bey der Krebsmühle“ wurde 1714 in den Kirchenbüchern von Waltersdorf erstmals erwähnt. Der Waltersdorfer Bauernsohn Christian Geyer baute sie 1753 zu dem Gebäude aus, das wir noch heute sehen können. Die Jahreszahl ist bis heute als Balkeninschrift erhalten. Das Gebäude diente als Gasthaus für die Knappen, die im dahinterliegenden „Silberberg“ Silber abbauten. Später gab es dort nur noch einen Flaschenbierverkauf.
Nach der Wende wurde das Fachwerkhaus von der Familie Brehm im Sinne des Denkmalschutzes restauriert und dient seitdem als Wohnhaus.
Die beiden zwischen 1900 und 1905 für die damalige Zeit außergewöhnlichen, in Holzbauweise errichteten Häuser wurden von ihren Erbauern, Dr. A. Reuter und Baurat E. U. Kertscher, als sogenannte Sommerresidenzen in parkähnlichen Gartenanlagen genutzt. Diese wurden von den Vorbesitzern der heutigen Gärtnerei Dietzsch aus Obergeißendorf gestaltet und bildeten ein harmonisches Ensemble.
Das im unteren Grundstücksbereich am Krebsbach gelegene Kutscherhaus wurde 1908 im gleichen norwegischen Baustil wie das Haupthaus errichtet. Es diente als Kutscherwohnung und Remise und wird bis heute als „Puppenheim“ bezeichnet.



